Einen wiederkehrenden, überschaubaren Ablauf auswählen

Für die erste Automatisierung eignet sich ein Vorgang mit klaren Eingaben und einem überprüfbaren Ergebnis. Ein regelmäßig wiederholter Dateiimport ist dafür oft handhabbarer als ein Ablauf, bei dem Mitarbeiter jeden Einzelfall unterschiedlich beurteilen. Sprechen Sie zuerst mit der Person, die den Vorgang heute bearbeitet. Sie kennt fehlende Angaben, Sonderfälle und die Stellen, an denen regelmäßig nachgearbeitet werden muss.

Wir verwenden hier einen beispielhaften Import: Eine CSV-Datei mit Auftragsdaten wird geprüft und anschließend in eine interne Anwendung übernommen. Das ist ein vereinfachtes Übungsbeispiel, keine Beschreibung eines Kundenprojekts. Es zeigt, welche Entscheidungen auch bei einem kleinen Ablauf nötig werden.

Beobachten Sie einige Durchläufe, bevor Sie ein Werkzeug auswählen. Erfassen Sie Häufigkeit, Bearbeitungszeit und typische Korrekturen. Prüfen Sie, ob die Quelldatei dauerhaft in derselben Form bereitsteht. Ändert sich der Ablauf gerade grundlegend, lohnt es sich, zunächst die Zuständigkeiten und das erwartete Format zu klären.

Eingaben und Prüfschritte festlegen

Schreiben Sie für den Import auf, woher die Datei kommt, wer sie bereitstellt und wie ein vollständiger Datensatz aussieht. Welche Spalten sind Pflicht? Darf ein Feld leer sein? Welche Kennung bezeichnet einen Auftrag eindeutig? Auch Datumsformate, Dezimaltrennzeichen und Zeichencodierung können die Verarbeitung beeinflussen.

Legen Sie fest, wie mit Fehlern umzugehen ist. Eine Datei mit fehlender Pflichtspalte kann vollständig zurückgewiesen werden. Bei einer einzelnen ungültigen Zeile müssen Sie entscheiden, ob alle anderen Zeilen trotzdem verarbeitet werden dürfen. Das hängt davon ab, ob die Datensätze voneinander unabhängig sind. Die Automatisierung sollte diese Entscheidung nicht stillschweigend treffen.

Beschreiben Sie das erwartete Ergebnis ebenso genau wie die Eingabe. Dazu gehören die angelegten oder aktualisierten Datensätze und ein Bericht über übersprungene oder fehlerhafte Zeilen. Damit hat die spätere Abnahme eine konkrete Grundlage.

Den passenden Übertragungsweg prüfen

Prüfen Sie zuerst, ob die Zielanwendung einen dokumentierten Import oder eine geeignete API anbietet. Eine vorhandene Funktion lässt sich möglicherweise konfigurieren oder mit einem kleinen Skript ergänzen. Ob ein Automatisierungswerkzeug oder eigene Software besser passt, hängt unter anderem von Fehlerbehandlung, Zugangsmöglichkeiten und der späteren Betreuung ab.

Fehlt eine Schnittstelle, kann in bestimmten Fällen die Bedienung einer Browseroberfläche automatisiert werden. Dabei müssen Änderungen an Masken, Anmeldung und Ladeverhalten berücksichtigt werden. Prüfen Sie zuvor, ob der Anbieter diese Nutzung unterstützt. Ein erfolgreicher Test auf einer unveränderten Oberfläche reicht noch nicht als Nachweis für einen dauerhaft betreibbaren Ablauf.

Schnittstellen und ihre Grenzen verstehen

Mit Testdaten einen vollständigen Durchlauf bauen

Bereiten Sie eine kleine Sammlung geeigneter Testdateien vor. Für jede Datei muss vorher feststehen, welches Ergebnis erwartet wird. Verwenden Sie zunächst eine Testumgebung und verhindern Sie, dass Testimporte echte E-Mails, Lieferungen oder andere Folgeaktionen auslösen.

Der erste Durchlauf sollte bereits Prüfung, Übertragung und Ergebnisbericht umfassen. Eine reine Erfolgsvorführung mit makellosen Daten lässt die späteren Bedienprobleme offen. Lassen Sie die zuständige Person auch einen fehlerhaften Datensatz korrigieren und erneut verarbeiten. So prüfen Sie, ob sie mit der Rückmeldung tatsächlich arbeiten kann.

  • Eine gültige Datei mit bekanntem Ergebnis
  • Fehlende Pflichtspalte und ungültiger Feldwert
  • Doppelte Auftragskennung innerhalb einer Datei
  • Dieselbe Datei ein zweites Mal
  • Abbruch nach einem Teil der Übertragungen
  • Vorübergehend nicht erreichbare Zielanwendung

Nach einem Abbruch sicher weiterarbeiten

Ein Import kann nach einigen erfolgreichen Datensätzen abbrechen. Wenn Sie anschließend die gesamte Datei ungeprüft erneut senden, entstehen möglicherweise doppelte Einträge. Verwenden Sie daher eine eindeutige Auftragskennung und dokumentieren Sie den Verarbeitungsstand. Im Zielsystem muss sich prüfen lassen, ob ein Vorgang bereits vorhanden ist.

Besonders sorgfältig ist der Fall zu behandeln, in dem das Zielsystem einen Datensatz gespeichert hat, die Bestätigung aber nicht mehr ankommt. Ein lokaler Vermerk allein kann diese Unsicherheit nicht lösen. Je nach Schnittstelle braucht es eine Abfrage im Zielsystem oder einen dort unterstützten Schutz gegen doppelte Verarbeitung.

Behalten Sie nachvollziehbare Zustände wie offen, erfolgreich und zur Prüfung zurück. Überspringen Sie fehlerhafte Vorgänge nicht unbemerkt. Die zuständige Person sollte erkennen können, ob sie Angaben korrigieren, einen Dienst prüfen oder lediglich einen späteren Versuch abwarten muss.

Den ersten produktiven Lauf begleiten

Beginnen Sie mit einem begrenzten Datenumfang und vergleichen Sie das Ergebnis mit den erwarteten Werten. Vermeiden Sie dabei, dass manuelle Bearbeitung und Automatisierung denselben Auftrag parallel anlegen. Legen Sie für die Umstellung eindeutig fest, welcher Weg gerade verwendet wird.

Erfassen Sie erfolgreiche Datensätze, Fehler und Nacharbeit. Vergleichen Sie den vollständigen Aufwand mit dem bisherigen Ablauf, einschließlich der Kontrolle des Ergebnisberichts. Seltene Sonderfälle dürfen weiterhin manuell bearbeitet werden, wenn sie erkennbar bleiben und eine zuständige Person sie übernimmt.

Zur Übergabe gehören die Beschreibung des Dateiformats, die Verwaltung der Zugänge, die Fehlerbehandlung und ein Ersatzablauf. Vereinbaren Sie, wer ausbleibende Durchläufe bemerkt. Eine Automatisierung kann technisch fehlerfrei warten und trotzdem ihre Aufgabe nicht erledigen, weil seit Tagen keine Quelldatei mehr eintrifft.

Halten Sie vor dem Ende des Projekts fest, wie Sie den Import anhalten und einen unterbrochenen Lauf prüfen. Die betreuende Person sollte diesen Ablauf einmal selbst durchführen. Danach lässt sich die nächste Erweiterung auf Grundlage der tatsächlich beobachteten Arbeit planen.

Ein Beispiel aus unserer Arbeit: Automatisierte Datenverarbeitung für Software der BMW Group.